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	<title>Ingrid Haag &#8211; Lektorat, Redaktion, Text</title>
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	<title>Ingrid Haag &#8211; Lektorat, Redaktion, Text</title>
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		<title>Seifenblasen &#8211; eine Liebesgeschichte</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Ingrid]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 07 May 2024 19:25:50 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Schreiben]]></category>
		<category><![CDATA[Kurzgeschichte]]></category>
		<category><![CDATA[Liebe]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>„Hast du eigentlich Kinder?“Sie schüttelt den Kopf. Auf ihrer Stirn bildet sich eine Falte, die sie älter aussehen lässt, nicht länger wie die Judith, in die er einmal so verliebt war.Er fragt trotzdem weiter. Es ist ihm wichtig, er kann</p>
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<p>„Hast du eigentlich Kinder?“<br>Sie schüttelt den Kopf. Auf ihrer Stirn bildet sich eine Falte, die sie älter aussehen lässt, nicht länger wie die Judith, in die er einmal so verliebt war.<br>Er fragt trotzdem weiter. Es ist ihm wichtig, er kann nicht sagen, warum. „Wolltest du keine?“<br>„Doch, zwei“, sagt sie, den Blick auf die Tischplatte gerichtet. Dann sieht sie hoch, direkt in seine Augen. „Ich hatte nur nie den passenden Mann.“<br>„Aber …“ Was aber? Du bist doch verheiratet? Warst es immer? Oder? Er linst nach ihren Händen, aber sie hat sie zwischen ihren verschränkten Armen versteckt.<br>„Manchmal klappt’s nicht wie geplant, das Leben.“ Sie fixiert ihn immer noch. Er kann ihren Gesichtsausdruck nicht deuten. „Wo warst du, als ich dich dringend gebraucht hätte, Andi Ritter?“<br>Bevor er auch nur Atem holen kann, lacht sie los. Laut, unecht. Er erinnert sich, wie es klingt, wenn sie wirklich lacht. Wie ansteckend das sein kann. Jetzt bleiben ihre Augen ernst. Was will sie ihm sagen? Will sie ihm überhaupt etwas sagen? Er weiß nicht, wie er reagieren soll. Zuckt mit den Schultern. Setzt sein Grinsen auf. Wie immer.<br>„Hast du denn welche?“ Sie beugt sich nach vorn, stützt die Ellenbogen auf den Tisch und lehnt das Kinn an die gefalteten Hände. Ihre Fingernägel sind kurz und durchsichtig lackiert, sie trägt keinen einzigen Ring. Kann es sein?<br>„Nein, ich auch nicht.“ Er sieht sie gespannt an, grinst wieder. Sein Herz schlägt schneller.<br>Sie nickt, als hätte er ihr ein Geheimnis verraten, das sie schon kannte. Ein Lächeln erhellt ihr Gesicht. Ganz langsam, als würde sie das Licht behutsam höher dimmen.<br>Er lehnt sich über den Tisch, möchte näher rücken, etwas von ihrem Schein abhaben. Sie bei den Händen fassen, weglaufen, tanzen. Wie früher. Mit wem hätte er sich denn Kinder wünschen sollen? Seine Frau ist längst weg. Die ewigen Versuche, Nachwuchs zu produzieren, haben ihrer Ehe nicht gut getan. Er ist froh darüber, dass es bei den Versuchen geblieben ist. Kinder hätten auch nichts mehr gerettet.<br>„Ein Junge und ein Mädchen“, sagt Judith leise. Kleine Lichter stehen in ihren türkisblauen Augen. Sie streicht eine Haarsträhne hinter das Ohr. Hellblond, er kennt die Geste so genau.<br>„Tobias und Susanne.“ Er muss keine Sekunde nachdenken, die Bilder entstehen ganz von selbst, als wären die Erinnerungen real. Ein blonder Junge in kurzen Hosen und ein Mädchen mit dunklen Zöpfen toben zwischen den Obstbäumen. „Tobi, der Wildfang. Er sieht aus wie du.“<br>„Und Susi ist genau wie du.“ Sie greift nach seiner Hand und drückt sie. Der Hauch eines blumigen Parfums streift ihn und lässt immer weitere Bilder entstehen. Seifenblasen gleich steigen sie nach oben. Sommer, Sonne, Picknick. Tobi und Susi. Judith und Andi. Was wäre gewesen, wenn? Was wäre möglich? Wäre es …<br>Eine Stimme reißt ihn aus seinen Gedanken.&nbsp;<br>„Entschuldige, dass ich zu spät bin, mein Herz.“ Ein grauhaariger Mann beugt sich über Judith und küsst sie zärtlich auf die Wange. Freundlich sieht er aus, ruhig, ganz bei sich. Grundsympathisch, leider. Er blickt zu Andi und nickt grüßend. „Ein Freund von dir?“<br>„Andi. Eine alte Liebe.“ Judith legt ihre Hand auf die ihres Mannes, die auf ihrer Schulter ruht. Eine liebevolle, vertraute Geste. „Aus uns ist nie etwas geworden. Aber wer weiß? Du bist gerade rechtzeitig gekommen. Beinahe wäre ich mit ihm auf und davon gelaufen!“<br>Sie wendet den Kopf, sieht zwischen ihrem Mann und Andi hin und her. Und hin. Und her. Der Schalk lässt ihre Augen strahlen. Sie lacht los. Laut, echt, ansteckend.<br>Eine Seifenblase zerplatzt, dann noch eine. Andi kann das Ploppen hören, als wäre es real. Er zuckt mit den Schultern und grinst. Wie immer.</p>



<p><strong>Einen liebevollen Frühling wünscht </strong></p>



<p><strong>Ihre Ingrid Haag</strong></p>



<p>(Der Beitrag erschien am 10.05.2020 im Blog der 42erAutoren.)</p>



<p>Bild von Alexas_Fotos auf Pixabay</p>
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		<title>Lila, Silber, Gold und Bronze &#8211; eine Weihnachtsgeschichte</title>
		<link>https://www.ingrid-haag.de/lila-silber-gold-und-bronze-eine-weihnachtsgeschichte/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Ingrid]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 19 Dec 2023 14:02:58 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Schreiben]]></category>
		<category><![CDATA[Familie]]></category>
		<category><![CDATA[Kurzgeschichte]]></category>
		<category><![CDATA[Weihnachten]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>„Nichts gegen die Family, ehrlich. Aber ich bin froh, dass ich mich dieses Jahr rausgenommen habe. Nach all dem Stress …“ Sanne stöhnt leise und streicht eine Haarsträhne hinters Ohr. Angemessen betrübt wirkt das auf dem Monitor, kein bisschen familienüberdrüssig,</p>
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<p>„Nichts gegen die Family, ehrlich. Aber ich bin froh, dass ich mich dieses Jahr rausgenommen habe. Nach all dem Stress …“ Sanne stöhnt leise und streicht eine Haarsträhne hinters Ohr. Angemessen betrübt wirkt das auf dem Monitor, kein bisschen familienüberdrüssig, stellt sie zufrieden fest. Der Nagellack schimmert dezent, als sie den lockeren Rollkragen zurechtrückt.<br>„Ich find’s schade. Heiligabend ohne meine kleine Schwester mag mir nicht in den Kopf.“ Bille sieht aus, als hätte sie dicke Backen bekommen. Und ein fieses Doppelkinn. Ist das die endgültige Metamorphose zum Muttertier, oder liegt es an ihrer billigen Webcam?<br>Videocalls sind gnadenlos, zum Fremdschämen manchmal. Sanne hat schnell gelernt, sich makellos zu inszenieren. Der platinblonde Pixie-Cut betont ihre Wangenknochen, die Ohrstecker blitzen, wenn sie den Kopf ein wenig dreht, der lichtgraue Kaschmirpullover schimmert weich. Die Coolness in Person.<br>„Sanne?“ Ein Fragezeichen steht in Billes Hamstergesicht. „Ob ich dich noch umstimmen kann, hab ich gefragt.“<br>„Sorry, ich war kurz abgelenkt.“ Hitze steigt in Sanne hoch. Zum Glück sitzt das Make-up, und die Ringlampe leuchtet ihr Gesicht perfekt aus. Bille bemerkt sicher nicht, dass ihrer Schwester der Aussetzer peinlich ist. „Bisschen viel Stress in letzter Zeit.“<br>„Ach du! Immer nur Arbeit!“ Bille wiegt ihren Kopf. Sie rückt näher an die Kamera, als könnte sie ihre Schwester dadurch besser sehen. „Blass schaust du aus. Geht’s dir denn gut?“<br>„Keine Sorge, alles in Ordnung.“ Sanne lächelt routiniert. „Die Ruhe über die Feiertage wird mir guttun.“<br>„Die Kinder werden dich auch vermissen. Pia ganz besonders.“ Ihr Patenkind, klar. Bille weiß den Druck subtil zu erhöhen.<br>„Das tut mir schrecklich leid, ehrlich.“ Sanne senkt den Blick, um zerknirscht auszusehen, und blickt wieder in die Kamera. „Ich bin in Gedanken bei euch. Und du hast den beiden in meinem Namen etwas Schönes gekauft, ja?“<br>„Natürlich! Noise-Cancelling-Kopfhörer für Jonas und einen beleuchteten Tag-und-Nacht-Globus für Pia. Sie hat’s mit fremden Ländern, wie du. Tausend Dank, dass du so großzügig warst. Aber es ist etwas anders, als wenn du bei uns wärst.“ Ihr Doppelkinn wackelt, als Bille traurig den Kopf schüttelt.<br>„Nächstes Jahr wieder, versprochen.“ Sanne kreuzt unter dem Tisch die Finger. In zwölf Monaten können sich eine Menge Ausreden ergeben.<br>„Aber fühlst du dich denn nicht schrecklich einsam? So allein in deiner Wohnung, an Heiligabend?“ Da ist sie, die Frage aller Fragen.<br>„Keine Sorge, ich mache es mir schön. Ganz piano natürlich.“ Sie hält die Piccoloflasche Veuve Cliquot vor die Kamera und zwinkert verschwörerisch. „Ans Christkind glaube ich sowieso nicht mehr. Und Weihnachten ist doch längst nur noch Völlerei und Konsum.“<br>Bille macht große Augen. Sanne bedauert den letzten Satz sofort. „Sorry“, schiebt sie nach. „Ich bin wirklich überarbeitet.“<br>„Dabei habe ich extra lila Christbaumkugeln gekauft“, sagt Bille leise. „Und silberne und goldene. Nur in Bronze gab’s keine.“<br>Sanne schlägt spontan die Hand vor den Mund und legt sie dann an ihren Halsansatz. Die Geste sieht zum Glück nicht lächerlich aus. „Wie früher?“<br>„Bronze. Verrückt, was wir mit Weihnachten verbinden, nicht?“<br>Sanne lacht los, ohne nachzudenken. „Wir kannten den Farbton schon, bevor er als Gerade-noch-okay-Platzierung bei der Olympiade berühmt wurde.“<br>Bille kichert und sieht plötzlich aus wie immer. Die liebevolle, häusliche, ein bisschen zu rundliche Bille. Sie hält eine Hand direkt vor die Kamera und spreizt die Finger. Am Ringfinger blinkt der viel zu enge Ehering. „Ich habe Strohsterne gebastelt, stell dir vor, mit diesen Wurstfingern. Und ich hätte sogar echte Kerzen gekauft, aus Bienenwachs. Aber Torsten hat mich zurückgehalten. Wir wollten hier schließlich nichts abfackeln, meint er.“<br>Bilder und Gerüche materialisieren sich wie von selbst um Sanne und schieben sich vor ihren Widerstand. „Mama hat ihre Kerzen früher mit Argusaugen bewacht, weißt du noch?“<br>„Der blaue Putzeimer mit Wasser stand immer in Reichweite. Sehr romantisch! Und ab dem zweiten Weihnachtsfeiertag war’s vorbei mit dem Kerzenlicht.“<br>„Gibt’s denn auch Würstchen und Kartoffelsalat?“<br>„Aber hallo! Und zwölf Sorten Plätzchen, alle unsere Lieblinge. Spitzbuben, Engelsaugen, Zimtmakronen, Lebkuchen. Sogar deine Walnusstaler.“ Bille nickt geschäftig. „Ohne all das wär’s doch kein Weihnachten!“<br>Sanne presst die Hand auf den Bauch und lächelt angestrengt. Ihr Magen knurrt so vehement, als wollte er ihre Zweifel endgültig in die Flucht schlagen. „Und … singt ihr auch?“<br>„Was für eine Frage! Mindestens ‚O du fröhliche‘ und ‚Stille Nacht“. Dieses Mal spielt Pia auf der Blockflöte, und Jonas muss mit der Gitarre ran.“<br>Sanne rückt ein Stück näher an die Kamera. „Lieben sie das so sehr wie wir beide früher?“<br>„Mindestens.“ Bille nickt grimmig. „Aber für irgendwas müssen die teuren Musikstunden doch gut sein.“<br>„Bille?“<br>„Hm?“<br>„Denkst du, Würstchen und Kartoffelsalat reichen auch für mich?“<br>„Ich weiß nicht, Sanne. Die Würstchen sind abgezählt, und Torsten und die Kinder sollen satt werden.“ Bille wiegt sorgenvoll den Kopf, dann prustet sie los. „Passt das denn zu deinem Schampus?“<br>„An Weihnachten passt doch alles zusammen, Bille. Lila, Silber, Gold und Bronze. Strohsterne und Plätzchen. Bienenwachskerzen und Wassereimer. Blockflöte und Gitarre. Würstchen, Kartoffelsalat und Champagner.“<br>„Sanne und Bille, trotz Völlerei und Konsum?“ Bille hebt die Augenbrauen und legt Strenge in ihre Stimme. „Pack dein Fläschchen ein, zieh dir was Gemütliches an und mach dich auf den Weg. Um halb sieben geht’s los!“</p>



<hr class="wp-block-separator has-alpha-channel-opacity"/>



<p><strong>Frohe Weihnachten wünscht Ihre Ingrid Haag</strong></p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.ingrid-haag.de/lila-silber-gold-und-bronze-eine-weihnachtsgeschichte/">Lila, Silber, Gold und Bronze &#8211; eine Weihnachtsgeschichte</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.ingrid-haag.de">Ingrid Haag - Lektorat, Redaktion, Text</a>.</p>
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		<item>
		<title>Jennifer Benkau – One True Queen (Zweiteiler)</title>
		<link>https://www.ingrid-haag.de/jennifer-benkau-one-true-queen-zweiteiler/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Ingrid]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 07 Nov 2022 09:18:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Lesen]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Ausprobieren, anlesen, weglegen – meine Zeit mit Corona. Nur mit Mühe konnte ich mich von Nachrichtentickern und sozialen Plattformen lösen und mein träges Hirn dazu bringen, wieder eigenständig zu arbeiten. An Schreiben war überhaupt nicht zu denken, an Arbeiten nur</p>
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<p>Ausprobieren, anlesen, weglegen – meine Zeit mit Corona. Nur mit Mühe konnte ich mich von Nachrichtentickern und sozialen Plattformen lösen und mein träges Hirn dazu bringen, wieder eigenständig zu arbeiten. An Schreiben war überhaupt nicht zu denken, an Arbeiten nur mit einem virtuellen Tritt in den Hintern. Längere Texte lesen? Schwierig. Bis ich ihn fand: den Roman, in dem ich in dieser aufwühlenden Zeit mit Vergnügen versinken konnte.</p>



<p>Fantasy, ausgerechnet das Genre, das mich mein Leben lang kaltgelassen hatte, zumindest in Schriftform. Noch kälter: ein Jugendbuch. Aber ich kenne und schätze die Autorin, und spätestens nachdem ich das Cover der wahren Queen übergroß auf dem Stand des Ravensburger Verlags in Frankfurt gesehen hatte, war ich neugierig.</p>



<p>Nach der Buchmesse dümpelte der erste Band des Zweiteilers ein paar Monate auf meinem E-Book-Reader, als Teil des elektronischen Stapels ungelesener Bücher. Das Warten hat sich gelohnt. Die Corona-Zeit war der perfekte Lesemoment dafür.</p>



<p><strong>Darum geht&#8217;s:</strong></p>



<p>Eben stand Mailin noch in ihrer irischen Heimatstadt und sorgte sich um ihre Schwester, die seit sieben Jahren im Wachkoma lag. Plötzlich findet sich die junge Heldin in einer ganz anderen Welt, in der ihr alles und jeder nach dem Leben trachtet – nur nicht der mysteriöse Fremde, der sie aus einer tödlichen Falle rettet, einem fleischfressenden Baum. Der junge Mann, der gefährlich wirkt und ihr nicht verrät, wer er in Wahrheit ist, begleitet Mailin zum Königshof. Sie hofft, dort einen Weltenspringer zu finden, der sie zurück nach Hause bringt.</p>



<p>Doch schneller, als ihr lieb ist, findet sie heraus, dass sie aus einem ganz bestimmten Grund in Lyaskye ist: Sie soll Königin werden. Und das ist in dieser Welt ein Todesurteil. Mailin muss sich grausamen Traditionen stellen, verliebt sich in einen Lügner und erkennt, dass in Lyaskye nichts ist, wie es scheint.</p>



<p>„So viele Bücher, und du nimmst ausgerechnet dieses“, hört Mailin an einer Stelle. Denn der Inhalt eines bestimmten Buches in Lyaskye passt sich der Lesenden an. So fantastisch war’s bei mir natürlich nicht. Aber Jennifer Benkau hat mich mit den beiden Bänden von&nbsp;<a href="http://ravensburger.de/produkte/jugendbuecher/liebesromane/one-true-queen-band-1-von-sternen-gekroent-40179/index.html">One True Queen</a>&nbsp;für eine Weile aus der Wirklichkeit geholt und so weit weg katapultiert, dass mein Corona-dauerberieseltes, überinformiertes Hirn endlich zur Ruhe kam.</p>



<p>Und nachdem ich Gefallen an märchenhafter Fantasy gefunden hatte, habe ich nachgelegt und eine Empfehlung der Autorin aufgegriffen:&nbsp;<a href="http://luebbe.de/bastei-luebbe/buecher/fantasy-buecher/die-letzte-dichterin/id_7118524">Die letzte Dichterin</a>&nbsp;von Katharina Seck ist ebenfalls wunderbar zu lesen. Fantasy. Jugendbuch. Trost gibt’s in diesen unruhigen Zeiten nie genug, oder?</p>



<p><strong>Ihre Ingrid Haag</strong></p>



<p>(Der Beitrag erschien am 27.05.2020 im Blog der 42erAutoren.)</p>



<p>Bild von NoName_13 auf Pixabay</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.ingrid-haag.de/jennifer-benkau-one-true-queen-zweiteiler/">Jennifer Benkau – One True Queen (Zweiteiler)</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.ingrid-haag.de">Ingrid Haag - Lektorat, Redaktion, Text</a>.</p>
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			</item>
		<item>
		<title>Leigh Bardugo – Krähensaga (Glory or Grave)</title>
		<link>https://www.ingrid-haag.de/leigh-bardugo-kraehensaga-glory-or-grave/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Ingrid]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 19 May 2021 08:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Lesen]]></category>
		<category><![CDATA[Fantasy]]></category>
		<category><![CDATA[Literatur]]></category>
		<category><![CDATA[Literaturtipp]]></category>
		<category><![CDATA[Roman]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Eskapismus in Zeiten von Corona – wie wunderbar ist Fantasy! Vielleicht habe ich viel verpasst, weil ich das Genre bis vor Kurzem gemieden habe. Aber ich blicke nie zurück. Genau jetzt ist die beste Zeit, mich in fremde Welten entführen</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.ingrid-haag.de/leigh-bardugo-kraehensaga-glory-or-grave/">Leigh Bardugo – Krähensaga (Glory or Grave)</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.ingrid-haag.de">Ingrid Haag - Lektorat, Redaktion, Text</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p>Eskapismus in Zeiten von Corona – wie wunderbar ist Fantasy! Vielleicht habe ich viel verpasst, weil ich das Genre bis vor Kurzem gemieden habe. Aber ich blicke nie zurück. Genau jetzt ist die beste Zeit, mich in fremde Welten entführen zu lassen. Leigh Bardugo schafft dies mit ihrer zweibändigen Krähensaga vortrefflich.</p>



<p>Und los geht’s mit <a href="https://www.buch7.de/produkt/das-lied-der-kraehen-leigh-bardugo/1029569546?ean=9783426654439" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Das Lied der Krähen:</a><br>Die pulsierende Hafenstadt Ketterdam ist Handelsmetropole und Tummelplatz zwielichtiger Gestalten. Hier hat sich der junge Kaz Brekker zur gerissenen, skrupellosen rechten Hand eines Bandenchefs hochgearbeitet. Als er eines Tages ein Jobangebot erhält, das ihm unermesslichen Reichtum bescheren soll, weiß Kaz zwei Dinge: Erstens wird ihm dieses Geld dabei helfen, den Tod seines Bruders zu rächen. Zweitens kann er den Job unmöglich allein erledigen. </p>



<p>Mit fünf Gefährten macht Kaz sich auf in den Norden, um den Entwickler einer gefährlichen Droge aus dem bestgesicherten Gefängnis der Welt zu befreien. Die sechs „Krähen“ sind professionell, clever und unberechenbar – und bringen höchst unterschiedliche Motive mit auf die eigentlich aussichtslose Mission.</p>



<p><a href="https://www.buch7.de/produkt/das-gold-der-kraehen-leigh-bardugo/1031389889?ean=9783426654491" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Das Gold der Krähen</a><em> </em>nimmt dort den Faden wieder auf, wo der erste Teil endet, stellt die Rache für einen Verrat in den Mittelpunkt und mündet in ein fulminantes Finale.</p>



<p><strong>Mein Fazit:</strong></p>



<p>Die Krähensaga liefert ein originelles Setting, eine sorgfältig und stimmig konstruierte Welt und ungewöhnliche Charaktere – allen voran Kaz „Dirtyhands“ Brekker, Trickbetrüger, Ganove und bis zum Schluss kein strahlender Held. Die Autorin gibt allen „Krähen“ eine Stimme, die Perspektive wechselt kapitelweise, aber die Handlung franst nicht aus, das Abenteuer bleibt der rote Faden. Das hat mir jeden der Charaktere nahegebracht – und mich locker mit den Facetten der Welt vertraut gemacht, die Leigh Bardugo schon Jahre früher in ihrer Grisha-Trilogie entworfen hatte.</p>



<p>Ein gelungenes Werk mit Suchtfaktor, ein munterer, unterhaltsamer und spannender Roman, fulminant, fantastisch, famos … so liest sich das in den Kritiken. Dem füge ich nur eins hinzu: Mir hat es schlaflose Stunden beschert – aber äußerst vergnügliche.</p>



<p>Wenn Sie Pause vom Alltag brauchen, machen Sie sich auf nach Ketterdam!</p>



<p><strong>Ihre Ingrid Haag</strong></p>



<p>(Der Beitrag erschien am 09.12.2020 im <a href="https://zweiundvierziger.de/ingrid-liest-darragh-mckeon-alles-stehende-verdampft/">Blog</a> der 42erAutoren.)</p>



<p>Bild: Amsterdam Keizersgracht, ArtTower bei Pixabay</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.ingrid-haag.de/leigh-bardugo-kraehensaga-glory-or-grave/">Leigh Bardugo – Krähensaga (Glory or Grave)</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.ingrid-haag.de">Ingrid Haag - Lektorat, Redaktion, Text</a>.</p>
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			</item>
		<item>
		<title>Darragh McKeon – Alles Stehende verdampft</title>
		<link>https://www.ingrid-haag.de/darragh-mckeon-alles-stehende-verdampft/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Ingrid]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 17 May 2021 09:41:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Lesen]]></category>
		<category><![CDATA[Literatur]]></category>
		<category><![CDATA[Literaturtipp]]></category>
		<category><![CDATA[Roman]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Ich weiß, wo ich am Tag der Katastrophe von Tschernobyl war, habe ein Bild vor Augen, glaube sogar zu wissen, welches Kleid ich anhatte. Aber die Erinnerung täuscht mich. Es war kein Sommertag, sondern der 26. April 1986. Ich lebte</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.ingrid-haag.de/darragh-mckeon-alles-stehende-verdampft/">Darragh McKeon – Alles Stehende verdampft</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.ingrid-haag.de">Ingrid Haag - Lektorat, Redaktion, Text</a>.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[
<p>Ich weiß, wo ich am Tag der Katastrophe von Tschernobyl war, habe ein Bild vor Augen, glaube sogar zu wissen, welches Kleid ich anhatte. Aber die Erinnerung täuscht mich. Es war kein Sommertag, sondern der 26. April 1986. Ich lebte in Regensburg im östlichen Bayern, und das Kleid trug ich vielleicht an einem der Tage, in denen die radioaktive Wolke aus der Ukraine über uns hinweg zog. Wir verfolgten die Berichte in den Nachrichten, sahen die Bilder, lernten, welche Halbwertszeit Cäsium 137 und Strontium 90 haben, und dass wir vorerst auf Wildfleisch und Pilze verzichten sollten. Und auf Milch, wenn ich mich richtig erinnere. Klingt schrecklich naiv. Welche Folgen wir wirklich tragen, werden wir vermutlich nie erfahren. Würde ich an Tschernobyl denken, wenn ich eine Krebsdiagnose hätte?</p>



<p>Um die Reaktorkatastrophe, den Super-GAU, dreht sich die preisgekrönte fünfteilige amerikanisch-britische Fernsehserie <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Chernobyl_(Fernsehserie)">Chernobyl.</a> Sie macht das monströse Geschehen anhand von Einzelschicksalen unheimlich greifbar. Und greifbar unheimlich. Ich hatte die bedrückenden Bilder noch im Kopf, als ich <a href="https://www.ullstein-buchverlage.de/nc/buch/details/alles-stehende-verdampft-9783843711821.html" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Alles Stehende verdampft</a> las, das Romandebüt des irischen Autors Darragh McKeon. Er verfolgt einen ähnlichen Ansatz, erzählt anhand des Schicksals einzelner Menschen, was während und nach der Katastrophe geschah. </p>



<p>Ich lernte Artjom kennen, den dreizehnjährigen Bauernsohn aus Weißrussland, der entdeckt, dass den Kühen auf dem Feld das Blut aus den Ohren läuft und Vögel vom Himmel fallen. Seine Familie, die zwangsevakuiert wird, aber in der Stadt nirgendwo Unterschlupf findet, weil die Evakuierten als vergiftet gelten. Den Moskauer Chirurgen Gregori, der ins Katastrophengebiet abgeordnet wird, als er bei der Partei in Ungnade fällt. Gregoris Ex-Frau, die Dissidentin Maria, und ihren Neffen Jewgeni, das Klavierwunderkind. Die Katastrophe führt sie zusammen und verändert ihr Leben unwiderruflich. </p>



<p>Eindringlich erzählt Darragh McKeon über die Evakuierungen, über Dörfer, die komplett abgerissen, und Tiere, die präventiv getötet und verscharrt werden. Über die Liquidatoren, Tausende junger Soldaten, die dorthin geschickt werden, wo Maschinen der Strahlung wegen nicht mehr funktionieren. Über die Sowjetunion, die Großmacht, die keine Fehler zugeben und keine Hilfe aus dem Ausland annehmen kann.</p>



<p>Weder der Film noch das Buch stammen von Russen oder Ukrainern, aber sie führen sehr authentisch und eindringlich vor Augen, wie unfassbar nahe wir dem Abgrund waren. Welch wahnsinniges Monster die Atomkraft ist und wie naiv der Mensch, der glaubt, sie in Schach halten zu können.</p>



<p>Lesen Sie dieses Buch. Und schauen Sie am besten auch die Serie.</p>



<p>Manche Pilzarten weisen übrigens heute noch eine stark erhöhte Radioaktivität auf. Die Halbwertszeit von Cäsium 137 liegt bei dreißig Jahren.</p>



<p><strong>Ihre Ingrid Haag</strong></p>



<p>(Der Beitrag erschien am 18.03.2020 im <a href="https://zweiundvierziger.de/ingrid-liest-darragh-mckeon-alles-stehende-verdampft/">Blog</a> der 42erAutoren.)</p>



<p>Foto: Pripyat, Amort1939 bei Pixabay</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.ingrid-haag.de/darragh-mckeon-alles-stehende-verdampft/">Darragh McKeon – Alles Stehende verdampft</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.ingrid-haag.de">Ingrid Haag - Lektorat, Redaktion, Text</a>.</p>
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		<title>Celeste Ng: Was ich euch nicht erzählte</title>
		<link>https://www.ingrid-haag.de/celeste-ng-was-ich-euch-nicht-erzaehlte/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Ingrid]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 17 Jan 2019 18:30:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Lesen]]></category>
		<category><![CDATA[Literatur]]></category>
		<category><![CDATA[Literaturtipp]]></category>
		<category><![CDATA[Roman]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Ein Roman über eine Familie, über Liebe, Erwartungen, Geheimnisse und Verletzungen. Mein Lese-Highlight des Jahres 2018 ist keine gewöhnliche, keine leichte Kost. Komplex, dicht, klug und sehr berührend. Unbedingt empfehlenswert. „Lydia ist tot.“ Damit beginnt die Handlung an einem Morgen</p>
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<p>Ein Roman über eine Familie, über Liebe, Erwartungen, Geheimnisse und Verletzungen. Mein Lese-Highlight des Jahres 2018 ist keine gewöhnliche, keine leichte Kost. Komplex, dicht, klug und sehr berührend. Unbedingt empfehlenswert.</p>



<p>„Lydia ist tot.“ <span id="more-4847"></span>Damit beginnt die Handlung an einem Morgen im Frühjahr 1977. Lydia, das sechzehnjährige Lieblingskind von James und Marilyn Lee, war zwei Tag lang verschwunden. Jetzt liegt sie ertrunken am Ufer des Sees nahe der Kleinstadt in Ohio, in der sie mit ihrer Familie lebte. Die Tragödie erschüttert die scheinbar so wohl geordnete Welt der Lees. James, Sohn chinesischer Einwanderer, stürzt sich in eine Affäre, Marilyn und Lydias Bruder Nath begeben sich auf Spurensuche. Sie glauben an ein Fremdverschulden, obwohl die Polizei keine Hinweise dafür findet. Nur die elfjährige Hannah, die immer am Rande steht, beobachtet stumm, was in der Familie passiert.</p>



<p>Was klingt wie ein Thriller, ist eine eindringliche Geschichte über die komplexen Beziehungen in einer Familie. Über Eltern, die ihre Unzulänglichkeiten und Wünsche auf ihre Kinder projizieren, statt ihnen zuzuhören. Über Hilflosigkeit und fehlende Kommunikation. Der Roman geht weit zurück, bis zu dem Moment, in dem aus der ehrgeizigen, begabten Amerikanerin Marilyn und dem Chinesen James, Professor in Harvard, ein Paar wird. Nach der Hochzeit muss Marilyn ihr Medizinstudium für die Familie aufgeben, aber sie vergisst ihre Träume nicht. Sie tut alles, um zu verhindern, dass ihre Tochter in die gleiche Falle tappt und ihr Leben als Hausfrau vergeudet. James, der aufgrund seiner Herkunft immer ausgegrenzt wurde, wünscht sich wiederum nichts sehnlicher, als dass seine Kinder so sind wie alle anderen. Lydia schafft es nicht, sich gegen die drängenden, lähmenden Erwartungen ihrer Eltern zu wehren. Stattdessen flüchtet sie sich in ein Gespinst aus Lügen. Allein die stille Hannah ahnt etwas von den Problemen ihrer Schwester.</p>



<p>Wer ist verantwortlich für Lydias Tod? War es wirklich der Nachbarjunge, mit dem sich Lydia traf? War es Mord oder Selbstmord? Ist Lydia an den unerfüllten Träumen ihrer Eltern zerbrochen? Oder an ihrem Anderssein, anders Aussehen? Celeste Ng, deren Eltern aus Hongkong in die USA einwanderten, gibt jedem Mitglied der Familie eine Stimme, auch Lydia. Und am Ende weiß der Leser, die Leserin: Alle haben zu der Tragödie beigetragen, obwohl niemand etwas Böses wollte.</p>



<p>Ich bin in dem eleganten, großartig konstruierten, nie pathetischen <a href="https://www.dtv.de/buch/celeste-ng-was-ich-euch-nicht-erzaehlte-14599/">Roman</a> völlig versunken. Für mich ist er vor allem eins: ein eindringliches Plädoyer dafür, einander zuzuhören und miteinander zu reden. Lassen Sie sich wie ich davon ergreifen – und nehmen Sie sich’s zu Herzen!</p>



<p><strong>Ihre Ingrid Haag</strong></p>



<p>(Der Beitrag erschien am 16.12.2018 im <a href="https://zweiundvierziger.de/ingrid-empfiehlt-zu-weihnachten-celeste-ng-was-ich-euch-nicht-erzaehlte/">Blog</a> der 42erAutoren.)</p>



<p>Bild: Pixabay</p>
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		<title>Lieblingsschurke: Long John Silver</title>
		<link>https://www.ingrid-haag.de/lieblingsschurke-long-john-silver/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Ingrid]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 28 Apr 2017 10:30:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Lesen]]></category>
		<category><![CDATA[Literatur]]></category>
		<category><![CDATA[Literaturtipp]]></category>
		<category><![CDATA[LongJohnSilver]]></category>
		<category><![CDATA[Piraten]]></category>
		<category><![CDATA[Roman]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>„A Hund is’ er scho’!“ – Hier in Bayern gilt dieses Urteil Prominenten, deren trickreiches Wirken wir gleichzeitig verurteilen und bewundern. Schlawiner-Schurken. Männern. Dem Fußballmanager, der Milliarden verzockt, seine Strafe absitzt und zum Verein zurückkehrt. Dem Kaiser, dem wir selbstverständlich</p>
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<p>„A Hund is’ er scho’!“ – Hier in Bayern gilt dieses Urteil Prominenten, deren trickreiches Wirken wir gleichzeitig verurteilen und bewundern. Schlawiner-Schurken. Männern. Dem Fußballmanager, der Milliarden verzockt, seine Strafe absitzt und zum Verein zurückkehrt. Dem Kaiser, dem wir selbstverständlich zugestehen, dass er seinen Spielraum als Monarch maximal ausnutzt. Manchem Politiker. Beileibe nicht jedem. Und ab und zu dem Pfarrer.</p>



<p>Long John Silver, der einbeinige Schiffskoch und Schurke aus Robert Louis Stevensons Abenteuerroman „Die Schatzinsel“, passt genau in diese Liga. Läge Bayern am Meer – nein, der Chiemsee zählt genauso wenig wie die Adria –, wir würden ohne Zögern einen Totenkopf auf die weiß-blau-rautierte Flagge malen, mit Long John in See stechen und singen:</p>



<p><em>Fünfzehn Mann bei des Toten Kist’ – Johoho, und ’ne Buddel, Buddel Rum!<br>Suff und der Teufel holten den Rest – Johoho, und ’ne Buddel, Buddel Rum!</em></p>



<p>Mehr als einhundertdreißig Jahre zählt Stevensons Werk um die Suche nach Captain Flints Schatz inzwischen. Weil – oder obwohl – es in den letzten Jahren neu übersetzt und gründlich entstaubt wurde, hat es sein Charisma behalten. Nach wenigen Seiten hänge ich am Enterhaken, wie beim ersten Mal, als ich im Grundschulalter war und das Buch vom älteren Nachbarsjungen leihen durfte.</p>



<p>Held und wissender Ich-Erzähler der Geschichte ist der junge Jim Hawkins, der in den Habseligkeiten eines alten Seeräubers eine Schatzkarte findet. Zusammen mit seinen Freunden und Förderern, dem Doktor Livesey und dem Squire Trelawney, segelt er auf dem Schoner „Hispaniola“ in ein rasantes Abenteuer. Jim ist Schiffsjunge, er bleibt stets tapfer, freundlich und gutgläubig.</p>



<p>Vom „Einbeinigen“, der wahren Hauptperson, hört Jim, lange bevor er ihm begegnet. Bill Bones, der alte Pirat mit der Schatzkarte, hat Todesangst vor seinem Verfolger und stirbt schließlich an deren Folgen. Als Jim dem einbeinigen Long John Silver gegenübersteht, verwirft er seinen ersten Verdacht. Der Besitzer der Kneipe „Zum Fernrohr“ ist einfach zu nett. Ein fleißiger, bodenständiger Mann, der auf der letzten Seefahrt etwas dazuverdienen und sich mit seiner Alten zur Ruhe setzen will. „Dukaten! Dukaten!“, kräht der Papagei, den er auf der Schulter trägt.</p>



<p>Long John Silver heuert als Schiffskoch auf der „Hispaniola“ an. Ein paar seiner Kumpels bringt er mit an Bord – und hält die unheimliche Mannschaft mit seiner zuvorkommenden, humorvollen Art von Fahrtbeginn an in Schach. Eine große Erleichterung für Jim, den Squire, den Doktor und ihren braven Kapitän Smollett. Sie ahnen nicht, dass Silver – „einer der beiden ehrlichen Männer an Bord“, wie der Doktor meint – ein eiskalter Schurke ist, vor dem sich angeblich sogar der verrufene Captain Flint fürchtet. Und dass ein Großteil ihrer Crew aus Piraten besteht, die nur auf den günstigsten Zeitpunkt warten, gegen die Chefs loszuschlagen.</p>



<p>Im Lauf der Reise organisiert Silver die Meuterei. Er tötet ein Besatzungsmitglied, das sich dem Aufstand nicht anschließen will, füllt den Steuermann mit Rum ab und wirft ihn ohne Aufsehen über Bord. Jims Freunde und den Kapitän hätte sicher ein ähnliches Schicksal ereilt, würde der Junge – in einem Fass mit Äpfeln versteckt – nicht zufällig Zeuge der Verschwörung.</p>



<p>Als die „Hispaniola“ die Insel erreicht, entwickelt sich ein wilder Kampf um die Karte – und um den Schatz selbst. Long John Silver zeigt sein ganzes Können als Schmeichler, Blender, Strippenzieher. Unbeirrt verfolgt er seine eigenen Interessen, ist den wechselnden Parteien Freund und Kamerad – oder hinterhältiger, kaltblütiger Gegner. Ein Meister des Verrats. Was auch passiert, Silver redet sich gekonnt aus jeglichem Unglück, zieht andere auf seine Seite und spannt sie für die eigenen Zwecke ein. Ein gerissener, schlauer Fuchs ist er. Ein echter Pirat, bewundernswerter Schlawiner-Schurke. A Hund is’ er scho’, verstehen Sie?</p>



<p>Wie die Schatzsuche ausgeht, ob Long John Silver überlebt und seine Pläne umsetzen kann, will ich nicht verraten. Die Abenteuergeschichte um die Fahrt zur Schatzinsel ist zu gut. Lesen Sie selbst, lassen Sie sich mitreißen!</p>



<p><strong>Literaturtipp:</strong> Robert Louis Stevenson, <a href="https://anacondaverlag.de/produkt/die-schatzinsel-vollstaendige-ausgabe">Die Schatzinsel</a></p>



<p><strong>Ihre Ingrid Haag</strong></p>



<p>Foto: privat</p>



<p>(Der Artikel erschien am 23.04.2017 im Blog der <a href="http://zweiundvierziger.de/Wordpress_Verein/?p=3851">42erAutoren</a>.)</p>
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		<title>Typisch italienisch!</title>
		<link>https://www.ingrid-haag.de/typisch-italienisch/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Ingrid]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 28 Aug 2016 10:26:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Leben]]></category>
		<category><![CDATA[Italien]]></category>
		<category><![CDATA[Motivation]]></category>
		<category><![CDATA[Reisen]]></category>
		<category><![CDATA[Urlaub]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Wir Deutschen sind Reiseweltmeister. „Reisen bildet“ behaupten wir und „Wenn einer eine Reise tut, dann kann er was erzählen.“ Ich hätte Stories parat …&#160; Sie auch? Was der Himmel tut, „wenn Engel verreisen“, fällt mir gerade nicht ein. Ich fürchte,</p>
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<p>Wir Deutschen sind Reiseweltmeister. „Reisen bildet“ behaupten wir und „Wenn einer eine Reise tut, dann kann er was erzählen.“ Ich hätte Stories parat …&nbsp; Sie auch? Was der Himmel tut, „wenn Engel verreisen“, fällt mir gerade nicht ein. Ich fürchte, er weint. Wir hatten in diesem Sommer mehr als genug Himmelstränen, die meine Kreativität fortgespült haben. Mit der Grund, warum ich geflüchtet bin und im Spätsommer im Süden der Toskana über Klischees nachdenke.</p>



<p><strong>Das Thema liegt nahe, es liegt zu meinen Füßen.</strong></p>



<p>Italien ist Land gewordenes Klischee, die Toskana das Herzstück, hunderte Male beschrieben, gerne Hintergrund für Liebesgeschichten. Ich kenne kaum jemanden, der nicht lächelt, sobald der Name fällt und die Bilder im Kopf entstehen: Das Weingut, zu dem wir im Cabrio sonnenbebrillt und mit wehendem Haar die Zypressenallee hinauf fahren. Knorrige Olivenbäume, die das einsame, efeuberankte Steinhaus bewachen, vor dem wir in den Sonnenuntergang philosophieren, ein Glas mit tiefrotem Brunello oder Chianti in der Hand. Die Tafel, an der wir inmitten der Großfamilie – wahlweise mit der oder dem Geliebten – bei Pasta und Osso Bucco, Insalata Mista und Tiramisu bis spät in den Sternenhimmel feiern. Dolce Vita. Dolce Far Niente. Typisch italienisch. Sehen Sie es vor sich?</p>



<p><strong>Mein eigenes Klischee ist anders.</strong></p>



<p>Ich mag Italien nicht, davon war ich lange überzeugt. Die Italiener sind mir zu laut und zu kindisch. Ungewöhnlich, finden Sie? Eine gewichtige Rolle spielt ein Urlaub im Friaul, den wir vor Jahren vorzeitig abgebrochen haben. Den letzten Ausschlag gaben aber unsere früheren Nachbarn, ein junges Paar mit kalabrischen Wurzeln, das meine gestrengen Regeln für ruhiges Zusammenleben empfindlich gestört hat. Typisch italienisch!</p>



<p>Anders als die meisten Süddeutschen bin ich nicht mit Schulferien in Italien aufgewachsen. Unsere Eltern reisten ins Allgäu und nicht nach Bibione, Lignano oder Finale Ligure. Wir hatten Landluft und Langnese statt Sandstrände und Stracciatella. Genauso fern sind mir die allzeit hippen Kurztrips über die Alpen geblieben, für „das beste Eis der Welt“ an den Gardasee, für „superfrische Frutti di Mare“ an die Adria, zum Wochenendbummel nach Milano. Fragen Sie nach: Jeder Münchner hat den ultimativen Geheimtipp, wo Sie Wein, Olivenöl, Terrakotta oder original toskanisches Interieur gut und günstig kaufen können.</p>



<p><strong>Jetzt sitze ich also vor dem Steinhaus,</strong></p>



<p>neben mir schnarcht der Hund des Eigentümers. Ich bin immer noch misstrauisch, aber das Klischee in meinem Kopf beginnt zu verblassen. Nachdem die deutschen Sommer irgendetwas besser Ausgeleuchtetes zwischen Frühling und Herbst geworden sind und die politische Großwetterlage Fernreisen verbietet, hatte ich spontan Sehnsucht nach dem Paradies in Katzensprungnähe. Und tatsächlich, gleich hinter dem Brennerpass verzogen sich die Wolken, am Südende des Gardasees entdeckte ich die ersten Pinien und Zypressen und im Rückspiegel ein Lächeln in meinem Gesicht.</p>



<p>Die Fahrt hierher war lang, die italienischen Autofahrer kleben gerne an der Stoßstange, das Steinhaus liegt in einem Dorf und ist umschwärmt von angriffslustigen asiatischen Kampfmücken. Die ersten Abende waren kühl, die Nachbarn und die Hunde laut, das erste Antipasto Misto war aus dem Glas und die Bedienung unfreundlich. Typisch italienisch, oder? Finde ich auch. Genau wie das sahnige Eis (Pinolata – die Sorte müssen Sie probieren!) und die köstlichen Spaghetti Vongole, die entspannten Vermieter, die laue Luft, die Katzen und der Olivenbaum neben meinem Schreibplatz. Und die Wahnsinnsaussicht! Ich könnte ins Schwärmen kommen. Aber Sie haben die Bilder im Kopf, oder?</p>



<p><strong>Ihre Ingrid Haag</strong></p>



<p>Foto: privat</p>
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		<title>Von Spinne, Krone und Fröschen</title>
		<link>https://www.ingrid-haag.de/von-spinne-krone-und-froeschen/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Ingrid]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 17 Aug 2016 10:23:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Leben]]></category>
		<category><![CDATA[Motivation]]></category>
		<category><![CDATA[Optimismus]]></category>
		<category><![CDATA[Resilienz]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Kennen Sie den Cartoon mit dem Storch und dem Frosch? Wenn Sie im Büro sitzen, sehen Sie sich um, die Zeichnung hängt sicher in Ihrer Nähe. Der Storch hat den Frosch halb verschluckt, aber der drückt ihm den Hals zu,</p>
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<p>Kennen Sie den Cartoon mit dem Storch und dem Frosch? Wenn Sie im Büro sitzen, sehen Sie sich um, die Zeichnung hängt sicher in Ihrer Nähe. Der Storch hat den Frosch halb verschluckt, aber der drückt ihm den Hals zu, um zu verhindern, dass er verspeist wird. „Never give up“ steht über dieser Szene. Sie wissen sicher, von welchem Bild ich spreche. Ich fand es irgendwann originell, aber mittlerweile nervt es mich. Sie auch? Schade eigentlich. Wenn wir irgendwann einen (für die Profis unter uns: den nächsten) Bestseller landen wollen, sollten wir es an den Spiegel heften und uns täglich vorsagen:</p>



<p><strong>Niemals aufgeben.</strong></p>



<p>Zum Glück habe ich etwas Besseres gefunden und brauche den Frosch auf Papier nicht mehr. Ich habe ein neues, lebendes Vorbild, dessen Durchhaltevermögen mich schwer beeindruckt. Lachen Sie nicht. Es ist die große Spinne, die seit anderthalb Monaten meinen Balkon besetzt hat. Das Exemplar auf dem Foto oben, richtig. Bei aller Bewunderung passe ich höllisch auf, dass ich ihr nicht zu nahe komme, da ich meine kindliche (oder weibliche) Arachnophobie noch nicht ganz abgelegt habe. Kleine Spinnen halte ich in meiner Nähe aus, aber wer weiß, wozu das Raubtier auf meinem Balkon fähig ist.</p>



<p>Aus der Distanz beobachte ich seit Wochen, wie die Spinne ihr kunstvolles Netz baut, zwischen dem Geländer meines Balkons und dem Lebensbaum, der schräg daneben im Garten steht. Sie baut, ja. Präsens. Spinnt. Immer wieder neu. Blöderweise hat sie sich den am wenigsten geeigneten Platz für ihre klebrige Falle ausgesucht. Mein Balkon hat eine Tür, durch die ich in den Garten gehen kann. Sie ahnen, was kommt? Die Gute platziert ihr Netz genau vor dieser Tür. In den letzten Wochen habe ich das Kunstwerk regelmäßig beseitigt (zum Glück musste ich in diesem Sommer nicht so oft in den Garten) und mein schlechtes Gewissen unterdrückt. Spätestens zwei Tage nach jeder Zerstörung war das aufwändige Netz rekonstruiert. Dieser Platz scheint der Spinne der Mühe wert zu sein.</p>



<p>Es klingt sonderlich, aber als ich mir vor Tagen zum x-ten Mal Spinnweben aus den Haaren gewischt und geflucht habe, kam die Erleuchtung. Heureka! Darum geht es – im Leben und im Schreiben:</p>



<p><strong>Hinfallen, aufstehen, Krone richten, weitergehen.</strong></p>



<p>Nicht kleinkriegen lassen. Es wird immer Typen geben, die meine Arbeit in Frage stellen oder ganz zerstören. Ich schreibe, streiche, zerknülle, verwerfe. Überdenke die Idee, schreibe neu, überarbeite, kürze und fange von vorne an. In Leserunden wird mein Text zerpflückt, ein Rezensent hat für das mühevoll erkämpfte Werk vielleicht nur einen Stern, aber einen gehässigen Kommentar übrig. Ich schimpfe und heule im Geheimen, aber ich mache weiter. Weil die Idee, der Text, die Leidenschaft für das Schreiben der Mühe wert sind. Bleiben Sie dran. Egal, ob Sie sich an den Frosch, die Krone oder an meine Balkonbewohnerin erinnern. Geben Sie nicht auf.</p>



<p>Meine Spinnengeschichte hat eine Fortsetzung. Während ich über meine achtbeinige Heldin nachsinne, hat sie mich wieder überrascht. Sie ist umgezogen, hat ihr Netz ein wenig weiter links positioniert. Jetzt kann ich problemlos die Tür öffnen und in den Garten gehen. Sie nicken, oder? Die Klügere gibt nach, meinen Sie. Ehrlich gesagt – ich kann Ihren Gedanken verstehen. Aber das geht jetzt wirklich zu weit!</p>



<p><strong>Ihre Ingrid Haag</strong></p>



<p>Foto: privat</p>



<p>(Der Artikel erschien im Blog der <a href="http://zweiundvierziger.de/Wordpress_Verein/?p=1489">42erAutoren</a>.)</p>
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			</item>
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		<title>Gesundheit!</title>
		<link>https://www.ingrid-haag.de/gesundheit/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Ingrid]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 16 Aug 2016 10:49:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Leben]]></category>
		<category><![CDATA[Gesundheit]]></category>
		<category><![CDATA[Motivation]]></category>
		<category><![CDATA[Resilienz]]></category>
		<category><![CDATA[Sport]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Mens sana in corpore sano. Sie kennen den Spruch, auch wenn Sie sich nicht durch das Latinum quälen mussten. In einem gesunden Körper wohnt ein gesunder Geist. Wir Schreibenden sollten uns das hinter die Ohren notieren. Schließlich sind wir auf</p>
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]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p>Mens sana in corpore sano. Sie kennen den Spruch, auch wenn Sie sich nicht durch das Latinum quälen mussten. In einem gesunden Körper wohnt ein gesunder Geist. Wir Schreibenden sollten uns das hinter die Ohren notieren. Schließlich sind wir auf den guten Zustand unserer grauen Zellen angewiesen, wenn wir Lesbares produzieren wollen. Aber was genau können wir für das Wohlsein unseres Körpers tun, damit Energie in den Geist und von dort direkt auf das Blatt oder in die Tasten fließt? Die üblichen Verdächtigen haben wir alle verinnerlicht (oder eher verdrängt): Bewegung an der frischen Luft, gesunde Ernährung, wenig Stress und genügend Schlaf. Schauen wir genauer hin:</p>



<p><strong>Genügend Schlaf – gerne, meinen Sie?</strong></p>



<p>Das funktioniert nicht. Vermutlich geht es Ihnen wie mir: Ich bin froh, wenn ich Zeit zum Schreiben finde, möglichst in der kreativsten Phase meines Biorhythmus. Blöderweise bin ich eine Nachtigall, laufe in der Nacht zu Höchstform auf. Und staune über die Lerchen, die regelmäßig zu unchristlicher Stunde (um vier Uhr früh zum Beispiel) aufstehen, um vor der Arbeit oder dem drohenden Abgabetermin zu schreiben. Ausreichend Schlaf – is’ nicht.</p>



<p><strong>Wenig Stress – Sie winken ab, oder?</strong></p>



<p>Verlage, Agenten, Lektoren, Kolleginnen und Kollegen, Familie … irgendjemand will immer etwas von uns. Auf den letzten Drücker. Wenig Stress? Definitiv nicht.</p>



<p><strong>Gesunde Ernährung – unangenehm, stimmt.</strong></p>



<p>Die anhaltenden Diskussionen zum Thema bestärken das Gefühl. In meinem schreibenden Bekanntenkreis gibt es überzeugte Veganer, Vegetarierinnen, Fleischfresser, Käsefreaks, Fischliebhaberinnen, Mehlspeisenfans, Wein-, Bier-, Wassertrinker. Und sehr viele Schokoholics. Ich selbst bin Flexitarierin. Das klingt modern und bedeutet, dass ich irgendwie alles darf, zumindest kulinarisch. Ob das gesund ist? Keine Ahnung.</p>



<p><strong>Bewegung an der frischen Luft – probieren Sie es!</strong></p>



<p>Mein Kreativsport ist Nordic Walking. Sie gähnen? Stimmt, das klingt weder besonders hip noch sportlich. Aber ich schlendere nicht, ich marschiere. Volle Kanne. Und die Ideen sprudeln. Während eines Schreibwettbewerbs im Winter zum ersten Mal: Die Verzweiflung angesichts der Anzahl der Schreibaufgaben trieb mich mit Walkingstöcken in die Isarauen. Nach einer Stunde war mein Kopf durchgepustet und voller origineller, plausibler Ideen. Das Schreiben lief wie geschmiert und brachte mir am Ende die erwünschte Platzierung.</p>



<p>Getestet habe ich vieles. Ich jogge, aber für den kreativen Funken ist mir das zu anstrengend. Beim Radfahren muss ich aufpassen – auf den Münchner Verkehr, Hunde, Fußgänger, rasende Mountainbiker und Rennradler. Yoga fordert volle Konzentration, Schwimmen macht mir keinen Spaß. Und beim Golf – meiner Leidenschaft – denke ich ausschließlich an Golf. Wie jede ambitionierte Spielerin. Kreativ bin ich nur beim Nordic Walking. Vielleicht liegt es an der rhythmischen Bewegung oder am meditativen Klack-klack der Stöcke auf dem Steinboden. Egal. Hauptsache, es funktioniert. Gleich werde ich meine Stöcke aus der Ecke holen und eine Runde drehen. Ich schreibe nämlich für einen Wettbewerb und muss die Ideen in meinem Kopf dringend durchwalken.</p>



<p><strong>Ihre Ingrid Haag&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;</strong></p>



<p>Foto: Fotolia</p>



<p>(Der Artikel erschien im Blog der <a href="http://zweiundvierziger.de/Wordpress_Verein/?p=1335">42erAutoren</a>.)</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.ingrid-haag.de/gesundheit/">Gesundheit!</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.ingrid-haag.de">Ingrid Haag - Lektorat, Redaktion, Text</a>.</p>
]]></content:encoded>
					
		
		
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