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	<title>Schreiben Archive - Ingrid Haag - Lektorat, Redaktion, Text</title>
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	<title>Schreiben Archive - Ingrid Haag - Lektorat, Redaktion, Text</title>
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		<title>Seifenblasen &#8211; eine Liebesgeschichte</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Ingrid]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 07 May 2024 19:25:50 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Schreiben]]></category>
		<category><![CDATA[Kurzgeschichte]]></category>
		<category><![CDATA[Liebe]]></category>
		<category><![CDATA[Literatur]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>„Hast du eigentlich Kinder?“Sie schüttelt den Kopf. Auf ihrer Stirn bildet sich eine Falte, die sie älter aussehen lässt, nicht länger wie die Judith, in die er einmal so verliebt war.Er fragt trotzdem weiter. Es ist ihm wichtig, er kann [&#8230;]</p>
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<p>„Hast du eigentlich Kinder?“<br>Sie schüttelt den Kopf. Auf ihrer Stirn bildet sich eine Falte, die sie älter aussehen lässt, nicht länger wie die Judith, in die er einmal so verliebt war.<br>Er fragt trotzdem weiter. Es ist ihm wichtig, er kann nicht sagen, warum. „Wolltest du keine?“<br>„Doch, zwei“, sagt sie, den Blick auf die Tischplatte gerichtet. Dann sieht sie hoch, direkt in seine Augen. „Ich hatte nur nie den passenden Mann.“<br>„Aber …“ Was aber? Du bist doch verheiratet? Warst es immer? Oder? Er linst nach ihren Händen, aber sie hat sie zwischen ihren verschränkten Armen versteckt.<br>„Manchmal klappt’s nicht wie geplant, das Leben.“ Sie fixiert ihn immer noch. Er kann ihren Gesichtsausdruck nicht deuten. „Wo warst du, als ich dich dringend gebraucht hätte, Andi Ritter?“<br>Bevor er auch nur Atem holen kann, lacht sie los. Laut, unecht. Er erinnert sich, wie es klingt, wenn sie wirklich lacht. Wie ansteckend das sein kann. Jetzt bleiben ihre Augen ernst. Was will sie ihm sagen? Will sie ihm überhaupt etwas sagen? Er weiß nicht, wie er reagieren soll. Zuckt mit den Schultern. Setzt sein Grinsen auf. Wie immer.<br>„Hast du denn welche?“ Sie beugt sich nach vorn, stützt die Ellenbogen auf den Tisch und lehnt das Kinn an die gefalteten Hände. Ihre Fingernägel sind kurz und durchsichtig lackiert, sie trägt keinen einzigen Ring. Kann es sein?<br>„Nein, ich auch nicht.“ Er sieht sie gespannt an, grinst wieder. Sein Herz schlägt schneller.<br>Sie nickt, als hätte er ihr ein Geheimnis verraten, das sie schon kannte. Ein Lächeln erhellt ihr Gesicht. Ganz langsam, als würde sie das Licht behutsam höher dimmen.<br>Er lehnt sich über den Tisch, möchte näher rücken, etwas von ihrem Schein abhaben. Sie bei den Händen fassen, weglaufen, tanzen. Wie früher. Mit wem hätte er sich denn Kinder wünschen sollen? Seine Frau ist längst weg. Die ewigen Versuche, Nachwuchs zu produzieren, haben ihrer Ehe nicht gut getan. Er ist froh darüber, dass es bei den Versuchen geblieben ist. Kinder hätten auch nichts mehr gerettet.<br>„Ein Junge und ein Mädchen“, sagt Judith leise. Kleine Lichter stehen in ihren türkisblauen Augen. Sie streicht eine Haarsträhne hinter das Ohr. Hellblond, er kennt die Geste so genau.<br>„Tobias und Susanne.“ Er muss keine Sekunde nachdenken, die Bilder entstehen ganz von selbst, als wären die Erinnerungen real. Ein blonder Junge in kurzen Hosen und ein Mädchen mit dunklen Zöpfen toben zwischen den Obstbäumen. „Tobi, der Wildfang. Er sieht aus wie du.“<br>„Und Susi ist genau wie du.“ Sie greift nach seiner Hand und drückt sie. Der Hauch eines blumigen Parfums streift ihn und lässt immer weitere Bilder entstehen. Seifenblasen gleich steigen sie nach oben. Sommer, Sonne, Picknick. Tobi und Susi. Judith und Andi. Was wäre gewesen, wenn? Was wäre möglich? Wäre es …<br>Eine Stimme reißt ihn aus seinen Gedanken.&nbsp;<br>„Entschuldige, dass ich zu spät bin, mein Herz.“ Ein grauhaariger Mann beugt sich über Judith und küsst sie zärtlich auf die Wange. Freundlich sieht er aus, ruhig, ganz bei sich. Grundsympathisch, leider. Er blickt zu Andi und nickt grüßend. „Ein Freund von dir?“<br>„Andi. Eine alte Liebe.“ Judith legt ihre Hand auf die ihres Mannes, die auf ihrer Schulter ruht. Eine liebevolle, vertraute Geste. „Aus uns ist nie etwas geworden. Aber wer weiß? Du bist gerade rechtzeitig gekommen. Beinahe wäre ich mit ihm auf und davon gelaufen!“<br>Sie wendet den Kopf, sieht zwischen ihrem Mann und Andi hin und her. Und hin. Und her. Der Schalk lässt ihre Augen strahlen. Sie lacht los. Laut, echt, ansteckend.<br>Eine Seifenblase zerplatzt, dann noch eine. Andi kann das Ploppen hören, als wäre es real. Er zuckt mit den Schultern und grinst. Wie immer.</p>



<p><strong>Einen liebevollen Frühling wünscht </strong></p>



<p><strong>Ihre Ingrid Haag</strong></p>



<p>(Der Beitrag erschien am 10.05.2020 im Blog der 42erAutoren.)</p>



<p>Bild von Alexas_Fotos auf Pixabay</p>
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		<title>Lila, Silber, Gold und Bronze &#8211; eine Weihnachtsgeschichte</title>
		<link>https://www.ingrid-haag.de/lila-silber-gold-und-bronze-eine-weihnachtsgeschichte/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Ingrid]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 19 Dec 2023 14:02:58 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Schreiben]]></category>
		<category><![CDATA[Familie]]></category>
		<category><![CDATA[Kurzgeschichte]]></category>
		<category><![CDATA[Weihnachten]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>„Nichts gegen die Family, ehrlich. Aber ich bin froh, dass ich mich dieses Jahr rausgenommen habe. Nach all dem Stress …“ Sanne stöhnt leise und streicht eine Haarsträhne hinters Ohr. Angemessen betrübt wirkt das auf dem Monitor, kein bisschen familienüberdrüssig, [&#8230;]</p>
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<p>„Nichts gegen die Family, ehrlich. Aber ich bin froh, dass ich mich dieses Jahr rausgenommen habe. Nach all dem Stress …“ Sanne stöhnt leise und streicht eine Haarsträhne hinters Ohr. Angemessen betrübt wirkt das auf dem Monitor, kein bisschen familienüberdrüssig, stellt sie zufrieden fest. Der Nagellack schimmert dezent, als sie den lockeren Rollkragen zurechtrückt.<br>„Ich find’s schade. Heiligabend ohne meine kleine Schwester mag mir nicht in den Kopf.“ Bille sieht aus, als hätte sie dicke Backen bekommen. Und ein fieses Doppelkinn. Ist das die endgültige Metamorphose zum Muttertier, oder liegt es an ihrer billigen Webcam?<br>Videocalls sind gnadenlos, zum Fremdschämen manchmal. Sanne hat schnell gelernt, sich makellos zu inszenieren. Der platinblonde Pixie-Cut betont ihre Wangenknochen, die Ohrstecker blitzen, wenn sie den Kopf ein wenig dreht, der lichtgraue Kaschmirpullover schimmert weich. Die Coolness in Person.<br>„Sanne?“ Ein Fragezeichen steht in Billes Hamstergesicht. „Ob ich dich noch umstimmen kann, hab ich gefragt.“<br>„Sorry, ich war kurz abgelenkt.“ Hitze steigt in Sanne hoch. Zum Glück sitzt das Make-up, und die Ringlampe leuchtet ihr Gesicht perfekt aus. Bille bemerkt sicher nicht, dass ihrer Schwester der Aussetzer peinlich ist. „Bisschen viel Stress in letzter Zeit.“<br>„Ach du! Immer nur Arbeit!“ Bille wiegt ihren Kopf. Sie rückt näher an die Kamera, als könnte sie ihre Schwester dadurch besser sehen. „Blass schaust du aus. Geht’s dir denn gut?“<br>„Keine Sorge, alles in Ordnung.“ Sanne lächelt routiniert. „Die Ruhe über die Feiertage wird mir guttun.“<br>„Die Kinder werden dich auch vermissen. Pia ganz besonders.“ Ihr Patenkind, klar. Bille weiß den Druck subtil zu erhöhen.<br>„Das tut mir schrecklich leid, ehrlich.“ Sanne senkt den Blick, um zerknirscht auszusehen, und blickt wieder in die Kamera. „Ich bin in Gedanken bei euch. Und du hast den beiden in meinem Namen etwas Schönes gekauft, ja?“<br>„Natürlich! Noise-Cancelling-Kopfhörer für Jonas und einen beleuchteten Tag-und-Nacht-Globus für Pia. Sie hat’s mit fremden Ländern, wie du. Tausend Dank, dass du so großzügig warst. Aber es ist etwas anders, als wenn du bei uns wärst.“ Ihr Doppelkinn wackelt, als Bille traurig den Kopf schüttelt.<br>„Nächstes Jahr wieder, versprochen.“ Sanne kreuzt unter dem Tisch die Finger. In zwölf Monaten können sich eine Menge Ausreden ergeben.<br>„Aber fühlst du dich denn nicht schrecklich einsam? So allein in deiner Wohnung, an Heiligabend?“ Da ist sie, die Frage aller Fragen.<br>„Keine Sorge, ich mache es mir schön. Ganz piano natürlich.“ Sie hält die Piccoloflasche Veuve Cliquot vor die Kamera und zwinkert verschwörerisch. „Ans Christkind glaube ich sowieso nicht mehr. Und Weihnachten ist doch längst nur noch Völlerei und Konsum.“<br>Bille macht große Augen. Sanne bedauert den letzten Satz sofort. „Sorry“, schiebt sie nach. „Ich bin wirklich überarbeitet.“<br>„Dabei habe ich extra lila Christbaumkugeln gekauft“, sagt Bille leise. „Und silberne und goldene. Nur in Bronze gab’s keine.“<br>Sanne schlägt spontan die Hand vor den Mund und legt sie dann an ihren Halsansatz. Die Geste sieht zum Glück nicht lächerlich aus. „Wie früher?“<br>„Bronze. Verrückt, was wir mit Weihnachten verbinden, nicht?“<br>Sanne lacht los, ohne nachzudenken. „Wir kannten den Farbton schon, bevor er als Gerade-noch-okay-Platzierung bei der Olympiade berühmt wurde.“<br>Bille kichert und sieht plötzlich aus wie immer. Die liebevolle, häusliche, ein bisschen zu rundliche Bille. Sie hält eine Hand direkt vor die Kamera und spreizt die Finger. Am Ringfinger blinkt der viel zu enge Ehering. „Ich habe Strohsterne gebastelt, stell dir vor, mit diesen Wurstfingern. Und ich hätte sogar echte Kerzen gekauft, aus Bienenwachs. Aber Torsten hat mich zurückgehalten. Wir wollten hier schließlich nichts abfackeln, meint er.“<br>Bilder und Gerüche materialisieren sich wie von selbst um Sanne und schieben sich vor ihren Widerstand. „Mama hat ihre Kerzen früher mit Argusaugen bewacht, weißt du noch?“<br>„Der blaue Putzeimer mit Wasser stand immer in Reichweite. Sehr romantisch! Und ab dem zweiten Weihnachtsfeiertag war’s vorbei mit dem Kerzenlicht.“<br>„Gibt’s denn auch Würstchen und Kartoffelsalat?“<br>„Aber hallo! Und zwölf Sorten Plätzchen, alle unsere Lieblinge. Spitzbuben, Engelsaugen, Zimtmakronen, Lebkuchen. Sogar deine Walnusstaler.“ Bille nickt geschäftig. „Ohne all das wär’s doch kein Weihnachten!“<br>Sanne presst die Hand auf den Bauch und lächelt angestrengt. Ihr Magen knurrt so vehement, als wollte er ihre Zweifel endgültig in die Flucht schlagen. „Und … singt ihr auch?“<br>„Was für eine Frage! Mindestens ‚O du fröhliche‘ und ‚Stille Nacht“. Dieses Mal spielt Pia auf der Blockflöte, und Jonas muss mit der Gitarre ran.“<br>Sanne rückt ein Stück näher an die Kamera. „Lieben sie das so sehr wie wir beide früher?“<br>„Mindestens.“ Bille nickt grimmig. „Aber für irgendwas müssen die teuren Musikstunden doch gut sein.“<br>„Bille?“<br>„Hm?“<br>„Denkst du, Würstchen und Kartoffelsalat reichen auch für mich?“<br>„Ich weiß nicht, Sanne. Die Würstchen sind abgezählt, und Torsten und die Kinder sollen satt werden.“ Bille wiegt sorgenvoll den Kopf, dann prustet sie los. „Passt das denn zu deinem Schampus?“<br>„An Weihnachten passt doch alles zusammen, Bille. Lila, Silber, Gold und Bronze. Strohsterne und Plätzchen. Bienenwachskerzen und Wassereimer. Blockflöte und Gitarre. Würstchen, Kartoffelsalat und Champagner.“<br>„Sanne und Bille, trotz Völlerei und Konsum?“ Bille hebt die Augenbrauen und legt Strenge in ihre Stimme. „Pack dein Fläschchen ein, zieh dir was Gemütliches an und mach dich auf den Weg. Um halb sieben geht’s los!“</p>



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<p><strong>Frohe Weihnachten wünscht Ihre Ingrid Haag</strong></p>
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		<title>Schreibwetter?</title>
		<link>https://www.ingrid-haag.de/schreibwetter/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Ingrid]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 12 Aug 2016 15:49:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Schreiben]]></category>
		<category><![CDATA[Fantasie]]></category>
		<category><![CDATA[Motivation]]></category>
		<category><![CDATA[Wetter]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Vorhin ging ein Regenguss nieder, den ich in unseren Breitengraden lange nicht für möglich gehalten hatte. Schwer und schnurgerade, als hätte jemand über mir eine volle Wanne Wasser umgekippt. Ich stand sprachlos vor dem Fenster, gottseidank im Trockenen. So etwas [&#8230;]</p>
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<p>Vorhin ging ein Regenguss nieder, den ich in unseren Breitengraden lange nicht für möglich gehalten hatte. Schwer und schnurgerade, als hätte jemand über mir eine volle Wanne Wasser umgekippt. Ich stand sprachlos vor dem Fenster, gottseidank im Trockenen. So etwas kenne ich nur aus den Tropen. Eine wärmere Variante natürlich. Und während ich noch über dieses Phänomen den Kopf schüttle, fühle ich mich zurückversetzt auf den Hotelbalkon im letzten Urlaub und blicke wieder mit offenem Mund auf den tropischen Regen, der die großblättrigen Pflanzen niederdrückt. &nbsp;</p>



<p><strong>„Das ist doch prima Wetter, um zu schreiben!“</strong></p>



<p>Ähnliche Tipps lese ich in sozialen Netzwerken regelmäßig, wenn ein Wetterwechsel angekündigt ist. Meistens am Freitag, nachdem der Wettertyp im Fernsehen ein Wochenende in nassem Grau-in-Grau prophezeit hat. Ist Ihnen auch aufgefallen, dass die dunklen Wolken im Wetterbericht seit neuestem apokalyptisch aussehen? Ich glaube, das Team setzt auf Zweckpessimismus. Kaum einer würde sich beschweren, wenn das Wetter doch besser ist als angekündigt. Oder liegt die neue Optik daran, dass ich das Erste nicht gut reinkriege? Aber viel wichtiger:</p>



<p><strong>Gibt es das? Schreibwetter?</strong></p>



<p>Für mich und mein zweitliebstes Haustier, den Schweinehund, kann ich das schnell und eindeutig beantworten: Es ist uns ziemlich egal, ob es regnet oder brütet, stürmt oder schneit. Wir finden passende Ausreden für jede Wetterlage. Andererseits kennen wir beide den hochkonzentrierten Schreibfluss, der sich einstellt, sobald ich den Einstieg in eine Geschichte geschafft habe. Der Schweinehund weiß, dass er Pause hat, wenn der Funke gezündet ist. Er schläft dann ohne einen Mucks neben mir, wie im Moment mein alter Kater.</p>



<p><strong>Gibt es eine Wetterlage, die für den Geistesblitz sorgt?</strong></p>



<p>Darüber muss ich bei Gelegenheit genauer nachdenken. Tatsache ist, dass ich gerne saisonal schreibe. Frisch inspiriert, die Geschichten fallen mir genau passend zur Jahreszeit ein. Im Sommer trägt die Heldin Flipflops und verzehrt genüsslich einen großen Becher Vanilleeis, im Winter kämpft sie sich auf High Heels durch den Schnee, um ihrem Verfolger zu entgehen. Umgekehrt finde ich es immer noch ordentlich anstrengend. Wenn ich jetzt eine Geschichte schreiben müsste, in der dem Helden die Hände einfrieren, hätte ich Sorgenfalten auf der Stirn. Oder ich müsste meine Nase für das Feeling ins Gefrierfach halten. Und wie ist es im Moment? Bei schweren Regengüssen im Sommer? Ich höre und sehe es vor mir: Sie (Name fehlt noch) lauscht in den Armen des Liebsten im Hotelbett auf den Seychellen dem Tropenregen. Die langen Fühler der großen Kakerlake an der Wand sieht sie noch nicht …</p>



<p><strong>Aber was wäre, wenn ich jetzt über die Wüste schreiben müsste?</strong></p>



<p>Oder über den Kerl, dem die Finger einfrieren? Richtig professionell? Dafür habe ich mein Notizbuch, wie jede Schreibende. Ich setze mich jetzt gleich hin, bevor die Sonne wieder scheint und notiere meine Gedanken zum tropischen Regenguss. In warmer und in mitteleuropäischer Variante. Sollte ich im nächsten harten Winter ein tropisches Setting brauchen, mixe ich mir einen Cocktail und bin bereit.</p>



<p><strong>Ihre Ingrid Haag</strong></p>



<p>Foto: privat</p>



<p>(Der Artikel erschien im Blog der <a href="http://zweiundvierziger.de/Wordpress_Verein/?p=1133">42erAutoren</a>.)</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.ingrid-haag.de/schreibwetter/">Schreibwetter?</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.ingrid-haag.de">Ingrid Haag - Lektorat, Redaktion, Text</a>.</p>
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