Posts tagged Lieblingsbuch

Gelesen: Leigh Bardugo – Krähensaga (Glory or Grave)

Eskapismus in Zeiten von Corona – wie wunderbar ist Fantasy! Vielleicht habe ich viel verpasst, weil ich das Genre bis vor Kurzem gemieden habe. Aber ich blicke nie zurück. Genau jetzt ist die beste Zeit, mich in fremde Welten entführen zu lassen. Leigh Bardugo schafft dies mit ihrer zweibändigen Krähensaga vortrefflich. Und los geht’s mit Das Lied der Krähen:Die pulsierende Hafenstadt Ketterdam ist Handelsmetropole und Tummelplatz zwielichtiger Gestalten. Hier hat sich der junge Kaz Brekker zur gerissenen, skrupellosen rechten Hand eines Bandenchefs hochgearbeitet. Als er eines Tages ein Jobangebot erhält,… Read More

Gelesen: Daniel Griffin – Rettung

Ich las den Kommentar „… das Thema Umweltverbrechen brillant verarbeitet“, gleichzeitig den Ort der Handlung, dessen gewaltige Natur ich selbst erlebt habe, und schon war’s um mich geschehen. Dieser Mischung konnte ich nicht widerstehen, ich habe gekauft, gelesen und es keine Sekunde lang bereut. Ein Holzkonzern rodet hemmungslos den einzigartigen Primärwald auf Vancouver Island – mit dem Segen der Politik. Eine kleine Gruppe junger Umweltaktivisten protestiert dagegen und schreckt, nachdem der Erfolg ausbleibt, auch vor Bombenanschlägen auf Lager des Konzerns nicht zurück. Gleich der erste geht fürchterlich schief, ein Wachmann… Read More

Gelesen: Celeste Ng – Was ich euch nicht erzählte

Ein Roman über eine Familie, über Liebe, Erwartungen, Geheimnisse und Verletzungen. Mein Lese-Highlight des Jahres 2018 ist keine gewöhnliche, keine leichte Kost. Komplex, dicht, klug und sehr berührend. Unbedingt empfehlenswert. „Lydia ist tot.“ Damit beginnt die Handlung an einem Morgen im Frühjahr 1977. Lydia, das sechzehnjährige Lieblingskind von James und Marilyn Lee, war zwei Tag lang verschwunden. Jetzt liegt sie ertrunken am Ufer des Sees nahe der Kleinstadt in Ohio, in der sie mit ihrer Familie lebte. Die Tragödie erschüttert die scheinbar so wohl geordnete Welt der Lees. James, Sohn… Read More

Gelesen: Julia Dibbern – Wolkendämmerung

Die Rückreise von der Leipziger Buchmesse gestaltete sich dieses Jahr schwierig. Dass ein Schneeeinbruch im März damit zu tun hatte, ging längst durch die Presse. Ich hatte Glück und Julia Dibberns Leseprobe zu „Wolkendämmerung“ im Gepäck, die mir die Wartezeit am Leipziger Bahnhof so gut vertrieben hat, dass ich ihren Jugendroman unbedingt lesen wollte. Vielleicht lag’s auch an den Wetterkapriolen bzw. am Klima – topaktuelles Thema des Romans. Der siebzehnjährige Nick lebt mit seinem Vater, einem mäßig erfolgreichen Drehbuchautor, in einem Haus am Strand von Südkalifornien. Er nimmt immer wieder… Read More

Gelesen: Kazuo Ishiguro – Alles, was wir geben mussten

Was lese ich bloß als Nächstes? Nichts scheint mir angemessen, nachdem ich dieses Buch zu Ende gelesen habe. Ich denke weiter über das grausame Szenario nach und kriege Kathys sanfte Erzählstimme nicht aus dem Kopf. Dabei habe ich mich am Anfang nicht leichtgetan mit dem Roman und kann verstehen, dass die kühl erzählte Geschichte nicht jeden packt, wie in Rezensionen zu lesen ist. Sportplätze, Schlafsäle, Malstunden – auf den ersten Blick ist Hailsham ein altbekanntes Internat in der englischen Provinz. Aber die Lehrer heißen Aufseher, und sie lassen die Kinder,… Read More